Unfreiwillige Denunzianten

Nehmen wir an, dein Kollege hat etwas getan, das deinem Chef nicht gefällt. Dein Chef weiss zwar, dass du es nicht warst, er ahnt jedoch, dass du weisst, wer es war. Er könnte dich nun nach Namen fragen. Aber, du bist ja kein Denunziant. Folglich geht er anders vor: er beschuldigt dich und bringt dich in Bedrängnis. Die erste Reaktion von dir ist eine Verteidigung. Er bohrt nach und drückt stärker. Du sagst ihm, was du weisst… und schon bist du ein Denunziant geworden.Venedig.png

Was wäre richtig gewesen? Sag doch einfach „nein, ich habe damit nichts zu tun und habe davon auch nichts mitbekommen“ oder einfach „Danke für dein Feedback“.

In unserem Unternehmen werden gerade die Mitarbeiter gegeneinander aufgebracht und jeder denunziert seinen Nächsten. Übel, übel.

La Bohème

Wo: Theater Freiburg
Wann: 23.06.18
Wie: enttäuschend von Puccini, sonst recht gut

Puccini hatten wir noch nicht gehört und La Bohème hörte sich interessant an. Leider hat uns die Musik nicht so gefallen. Es gab viele Rezitative, keine längeren zusammenhängende Melodien, nichts, das im Ohr geblieben wäre. Sehr schade. Das Bühnenbild war, wie mittlerweile üblich, recht karg. Super ist, dass es jungen, guten Nachwuchs auf der Bühne gibt. Gesang und Spiel haben ein wenig über die kompositorischen Mängel hinweggeholfen.

Eigentlich haben mich nur zwei Szenen berührt:
– Collines Dank- und Abschiedslied an den alten Überwurf „Vecchia zimarra, senti“ etwa 15 Minuten vor Schluss (Durchhaltevermögen!)
–  Marcellos Aufruf an Rodolfo „Coraggio!“ (das drittletzte Wort vor dem Ende) [Link zum Libretto]

Direkte Demokratie

Na, das nenne ich `mal Volkswille in der Schweiz. Freiwillige Zensur des Internets und weiter den Banken erlauben Buchgeld zu erzeugen, um es dann für hohe Zinsen zu verleihen. Der einarmige Bandit freut sich.

Super gemacht! … und es geht noch mehr, wartet es nur ab.

Missbrauch der Arbeitssicherheit

Nun kann es aber vorkommen, dass unliebsame Mitarbeiter schwierig aus dem Unternehmen zu entlassen sind. Durch vielfältige Verkomplizierungen derSpy-vs-Spy.jpgArbeitssicherheitsvorschriften bei gleichzeitigem Leistungsdruck bewirkt der Arbeitgeber, dass irgendwann jeder einen Fehler macht. Setzt man parallel ein Spitzel- und Denunziationssystem ein, lassen sich solche Kollegen „beschatten“ und Verstösse umgehend dokumentieren. Wahrscheinlich wird auch ein Arbeitsrichter sich überzeugen lassen, dass der unsichere Mitarbeiter nur zu seinem Schutz entlassen werden musste.

Nichtsnutz

Wo: ThiK Baden
Wann: 02.06.18
Wie: empfehlenswert; viel gelacht, viel nachgedacht, langer Applaus

Gestern hatten wir einen lustigen und auch nachdenklichen Abend im Theater. Das Stück „Nichtsnutz“ wurde aufgeführt von Ueli Bichsel und Silvana Garguilo und handelt von einem Paar, dass sich selbst ein Gefängnis baut und darin ihre Sicherheit findet.

Schöne Momänt…

Die Dialoge pointierten alltäglich beobachtete Stereotypen und karikierten die Angst vor dem Fremden und dem Sicherheitsdenken. Schliesslich endete das Paar in einer selbsterrichteten Zelle, in der sie ihre Situation schönredeten.